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Screening & Finissage · Tasneef-Finale · Morphine-Raum

Liebe Feiertagsgemeinschaft, 

der Sommer neigte sich dem Ende zu, bevor er begann – und nun stehen die vielen Festivitäten der Herbstsaison vor der Tür. 

Mit Freude darf ich Ihnen berichten, dass das „finale“ Tasneef-Konzert von Elshan Ghasimi nach einigem Hin und Her, Wasserbrüchen und higher forces nun in einem der schönsten Orte Berlins stattfinden wird: am 12. September 2025 im Tieranatomischen Theater (Charité-Gelände, Berlin-Mitte). Beginn ist um 18 Uhr – kommen Sie gern etwas früher, um die außergewöhnliche Architektur und die kleine Dauerausstellung zu sehen.

Der Eintritt ist frei. 

Plakat „Tasneef – Elshan Ghasimi“ 2025 mit der Musikerin und Tar vor einer Ziegelwand, rote Schrift

©Madeleine Brunnmeier_Bild ©Morgan_Gestaltung

Morphine Raum · ‚Recording Session‘ von Elshan Ghasimi am 8. November 

Schon heute möchten wir Sie auf eine besondere Gemme hinweisen: Am 8. November lädt Elshan Ghasimi in den Morphine Raum ein. Der Ort, betrieben von Morphine Records, ist Studio, Bühne und Klanglabor zugleich – intim, reduziert aufs Wesentliche, ausgestattet mit handgefertigten skulpturalen Lautsprechern. Gegründet mitten im Pandemiebeginn, hat sich der Raum zu einer lebendigen Schnittstelle internationaler Musik entwickelt – ein Rückzugsort für Kollaborationen, Aufnahmen und Experimente jenseits aller Genregrenzen.

In diesem Setting entsteht gemeinsam mit dem Publikum eine Live-Aufnahme – ein klingendes Kondensat aus neun Jahren künstlerischer Arbeit. 

Sergey Bratkov, Endless War, 2007, Videostill: zwei grüne Stahlhelme auf Beton vor einer Mauer

Sergey Bratkov, Endless War, 2007, Video, 2,30min

Screening & Finissage · An der Schwelle: EXIL  

Am 3. September um 17 Uhr laden wir Sie und Dich in die Kommunale Galerie Berlin zum Screening von Filmen von Sergey Bratkov (Infinite War, Exile), Ula Golub (Arche Noah), Jalal Maghout (Have a Nice Dog!), Aline Kleytman (Place to See Before You Die), Oksana Kazmina (Yellow Dress) und Oksana Chepelyk (Chronicles of War). 

Das Screening ist Teil der von Eleonora Frolov kuratierten Ausstellung An der Schwelle: EXIL. Sechs künstlerische Positionen aus der Ukraine und Syrien übersetzen Krieg und Exil nicht in bloße Dokumentation, sondern in poetische, visuelle und erzählerische Formen. So entsteht ein Panorama aus Isolation, Flucht, Fragmentierung – und der Sehnsucht nach Ankommen, dass die Ausstellung für einen Nachmittag
→ Weiterlesen zum Screening und zur Ausstellung 

Am Sonntag, den 7. September, 15–18 Uhr, schließt die Ausstellung mit einer Finissage und einer Kuratorinnenführung durch Eleonora Frolov. 

 

Wir freuen uns, Sie bei einer oder mehreren dieser Gelegenheiten zu sehen. 

Mit herzlichen Grüßen
Julian Malte H. Schindele 

Gefördert von:

Logo der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin

Morgen: Ausstellungseröffnung | Ghasimi live am 14. & 20. Juni in Berlin

Liebe Freundinnen und Freunde,

der Juni bringt eine verdichtete Folge besonderer Begegnungen – musikalisch, bildend künstlerisch, gedanklich. Zwei Konzerte von Elshan Ghasimi laden in sehr unterschiedliche Räume ein: in einen sommerlich verborgenen Garten mitten in Neukölln und in die kühle Weite der Kulturkirche Nikodemus. Und schon morgen Abend: die Erinnerung an die Eröffnung der Ausstellung An der Schwelle : Exil in der Kommunalen Galerie Charlottenburg.

Wir freuen uns, Sie und Euch dort zu sehen.

I. Zwei Berliner Konzerte von Elshan Ghasimi
14. Juni 2025, 20 Uhr
Gärtnerhaus
Richardstraße 34, 12043 Berlin-Neukölln
Mit dem Perkussionisten Joss Turnbull
Mit anschließendem Umtrunk im Garten.
→ Reservierung bei Carlo: 0173 84 17 451 (Spendenbasis)

Plakat „Tasneef – Elshan Ghasimi“ 2025 mit der Musikerin und Tar vor einer Ziegelwand, rote Schrift

©Madeleine Brunnmeier_Bild ©Morgan_Gestaltung

20. Juni 2025, 19 Uhr

KulturKirche Nikodemus
Nansenstraße 12, 12047 Berlin

Der vierte und letzte Abend der Reihe
TASNEEF – Alte Lieder, Neues Leben

Die persische Musiktradition ist reich an Geschichte, tief verwoben mit Poesie, Philosophie und kollektiver Erinnerung. Tasneef (wörtl. „Lied“) bezeichnet Stücke der klassischen persischen Kunstmusik – nicht populär (Taraneh), nicht politisch (Soroud), sondern ein kontemplativer Dialog zwischen Vers und Klang.
Elshan Ghasimi überführt diese Form in die Gegenwart: Sie verbindet klassische Modi mit Motiven aus Pop und Volksmusik – und verleiht ihnen eine neue, zeitgenössische Stimme.

→ Alle kommenden Konzerte auf elshanghasimi.com

 

II. Erinnerung: MORGEN ABEND Ausstellungseröffnung

An der Schwelle: Exil

Ausstellung vom 12. Juni bis 7. September 2025
Eröffnung: Mittwoch, 11. Juni 2025, 18 Uhr
Kommunale Galerie Berlin
Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin

Kuratiert von Eleonora Frolov
Mit Werken von Sergey Bratkov, Ben Greber und Atalya Laufer
→ Zur Ausstellung

 

Mit herzlichen Grüßen
Julian Malte Hatem Schindele

Workshop wird gefördert von:

Logo der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin

Elshan Ghasimis Liederzyklus “Tasneef” von März bis Juni 2025

Liebe Hörende,

Wir laden Sie und Euch herzlich zu Elshan Ghasimis erstem Liederzyklus Tasneef ein, der in vier Konzerten von März bis Juni zur Aufführung gebracht wird. Den Auftakt macht ein Konzertabend in der Katholischen Akademie Berlin am 17. März.

Dank der freundlichen Unterstützung des Berliner Senats sind alle Konzerte kostenfrei. Was für ein Land, was für ein Kulturraum, der so etwas ermöglicht!

Aus dem Pressetext:

Die persische Musiktradition ist reich an Geschichte, fest verankert in Poesie, Philosophie und ihrer kulturellen Identität. Eines der faszinierendsten Formen dieser Kunst ist das Tasneef. Es bedeutet ‚Lied‘ in der klassischen persischen Kunstmusik und steht im Gegensatz zu populären Liedern (Taranee) oder politischen Liedern (Soroud). Tasneef steht für eine enge Verbindung von Musik und Poesie, wobei Elshan Ghasimi diese mit Pop- und Volksliedern verbindet und neu gestaltet und in die ‚Sphäre der klassischen Musik‘ überführt.

Plakat „Tasneef – Elshan Ghasimi“ 2025 mit der Musikerin und Tar vor einer Ziegelwand, rote Schrift

© Madeleine Brunnmeier_Bild | © Masoud Morgan_Gestaltung

Während sie die Basis und Struktur beibehält, de- und rekonstruiert sie zugleich die Form, greift in die poetische Sprache ein, politisiert einige dieser Lieder und tauscht beispielsweise Geschlechterrollen aus. Umgangssprachliche Begriffe wandelt sie in Hochsprache um. So verbindet Elshan Ghasimi klassische und zeitgenössische Elemente persischer Musik und Dichtung zu einem Amalgam, das sich aus Jahrtausenden speist, und erweckt die alten Lieder zu neuem Leben.

Mit ihrer tiefen Verwurzelung in der Radif-Tradition – dem über Jahrhunderte mündlich überlieferten Repertoire der persischen Musik – gelingt es ihr, diese musikalische Tradition nicht nur lebendig zu erhalten, sondern sie auch einem neuen, internationalen Publikum zugänglich zu machen.

Konzerttermine

Elshan Ghasimi – Tasneef
📅 Montag, 17. März 2025
🕗 20:00 Uhr
📍 St. Thomas von Aquin (Katholische Akademie), Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin

Elshan Ghasimi – Tasneef
📅 Sonntag, 04. Mai 2025
🕔 17:00 Uhr
📍 Hochmeisterkirche, Westfälische Str. 70a, 10709 Berlin

Elshan Ghasimi – Tasneef
📅 Sonntag, 25. Mai 2025
🕒 15:00 Uhr
📍 Waldkapelle, Waldstraße, 12589 Berlin

Elshan Ghasimi – Tasneef
📅 Freitag, 20. Juni 2025
🕖 19:00 Uhr
📍 KulturKirche nikodemus, Nansenstraße 12, 12047 Berlin

🎟 Eintritt frei

ℹ️ Mehr Infos:
WEBSITE
INSTAGRAM

 

Gefördert durch:

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Elshan Ghasimi und Wu Wei im Humboldtforum | Die Reinterpretation des Radifs

Liebe Leserinnen und Leser,

Zuallererst wünsche ich Ihnen im Namen der Bublitz-Plattform ein – vom Gott, der Göttin oder der Entität Ihrer Wahl – gesegnetes neues Jahr! Das bereits jetzt ein wildes Jahr gewesen ist und dessen weitere Turbulenzen wir in Unruhe spüren. Warum sind wir Europäer so verschreckt? Ohne Frage mangelt es uns an Identifikation und Kontakt mit unserer eigenen kulturellen Tiefenstruktur, unserem Gewordensein. Und damit auch an einem festen Ort in Raum und Zeit. Früher hätte man vielleicht von metaphysischer Obdachlosigkeit gesprochen. Wir haben unsere Wurzeln gekappt, die Technologie tut ihr Übriges mit einem Gehirn, das, wie die Neurophysiologen sagen, noch auf Steppe und Säbelzahntiger konditioniert ist.

Eine drängende Frage bleibt, worauf wir uns als Europäer, als linke, rechte oder zentristische Demokraten, einigen können. Wir müssen unsere Marianne finden. Worauf wir stolz sein können und wollen. Finden, was unser Selbstverständnis als Kulturen ausmacht. „Stolz“, ein Begriff, den die Elterngeneration mit allem historischen Grund auseinandernahm und der doch jetzt wieder nottut. Den Kopf heben, auf Augenhöhe mit der Gefahr kommen (B. Brecht). Wir dürfen den Extremen niemals unsere Geschichte überlassen und müssen deshalb lernen, sie nicht mehr zu verachten. Nennen wir es Patriotismus oder nennen wir es Kontakt mit dem guten Gegebenen und ein Vertrauen in dieses.

Temple of Time von Emma Willard, 1851: historische Zeittafel in Form einer perspektivischen Säulenhalle mit Jahrhundertsäulen

Der ‘Temple of Time’ von Emma Willard, 1851. Ein historistisches Juwel.

Pallas Athena, Patronin von Elshan Ghasimis Radif-Erneuerung: Elshan Ghasimi in Schwarz vor einer antiken Büste in einem Museumssaal, Schwarz-Weiß

© Georg Stirnweiß. Pallas Athena ist Patronin von Elshan Ghasimis Radif-Erneuerung.

Europa ist ein strahlendes Leuchtfeuer globaler kultureller Erneuerung! Nirgendwo sonst entfalten sich so viele hochkulturelle kreative Energien und Begegnungen wie hier.

Es ist eine unermessliche Errungenschaft, dass unser Kontinent Kulturschaffenden aus aller Welt eine Heimat bietet. Europa ist eine Plattform für Freiheit, Vielfalt und die Erneuerung ihrer Kulturen aus dem Exil – das ist Soft Power.

Künstlerinnen und Künstler aus Ländern wie dem Iran, der Ukraine oder Russland finden hier Raum, um ihre Visionen zu verwirklichen und ihre Kulturen aus der Ferne zu erneuern.

Am Mittwoch, 12. Februar 2025, von 18:00 bis 20:00 Uhr, findet ein musikalischer Dialog im Humboldt Forum statt. Der chinesische Instrumentalvirtuose Wu Wei (Sheng) und die persische Virtuosin Elshan Ghasimi (Tar) treten erstmalig gemeinsam auf. Wei und Ghasimi sind Mitglieder des Sabdagatitara-Netzwerks und gestalten einen musikalischen Austausch, der verschiedene kulturelle Traditionen miteinander verwebt.

Darüber hinaus lädt Elshan Ghasimi am Sonntag, 23. Februar 2025, um 16:00 Uhr in der Emmaus-Kirchengemeinde (Zehlendorf) zu ihrem Langzeitprojekt "Die Reinterpretation des Radif". Ein Konzertzyklus, das die tiefen kulturellen Schichten und musikalischen Traditionen Persiens in die Gegenwart zieht.

Ein letzter Aspekt, den ich in diesem skizzenhaften Abriss bringen möchte: Suchen wir wieder die Identifikation mit der paneuropäischen Tiefenkultur. Was heißt das konkret? Das wir alle Griechen sind, denn was könnte schöner sein, als sich mit Sappho, Newton, Marc Aurel oder Hildegard zu identifizieren? Feiern wir uns und unsere Geschichte. Feiern wir gemeinsam.

Mit herzlichen Grüßen
Julian Malte Hatem Schindele

KURZINFO

 

SabdaLab12 – Zeitdieb der Seidenstraße

Datum: Mittwoch, 12. Februar 2025
Zeit: 18:00 – 20:00 Uhr
Ort: Humboldt Forum, Berlin
Treffpunkt: 18:00 – 18:15 Uhr im größeren Innenhof (Schlüterhof) vor dem Museumsshop
Eintritt: Frei
Künstler: Elshan Ghasimi & Wu Wei
Mehr Infos: SabdaLab12 – Zeitdieb der Seidenstraße

 

Die Reinterpretation des Radif

Datum: Sonntag, 23. Februar 2025
Zeit: 16:00 Uhr
Ort: Emmaus-Kirchengemeinde
Adresse: Onkel-Tom-Straße 80, 14169 Berlin
Kontakt: Tel.: 030 813 4008
Eintritt: Frei
Mehr Infos: Elshan Ghasimi – Konzerte

© Madeleine Brunnmeier. Klicken Sie auf das Foto, um zur Einspielung des „Dastgah e- Shur“ – einem von zwölf modalen Gruppen die den Radif ausmachen, zu gelangen.

Jahresrückblick 2024

Liebe Freundinnen und Freunde der Künste und Musen,

das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu — ein Jahr, in dem wir uns intensiv mit drängenden Fragen auseinandergesetzt haben. Zum Beispiel damit was Erinnerung und Identität in einer zunehmend fragmentierten Welt bedeuten. Wir haben neue Perspektiven auf historische Erbschaften und persönliche Erzählungen eröffnet und dabei immer wieder erfahren, wie tief die Kunst in die Fragen unserer Zeit eingreifen kann. Rückblickend möchten wir einige zentrale Momente des Jahres Revue passieren lassen, die nicht nur künstlerische Projekte, sondern auch den intellektuellen Austausch in den Mittelpunkt gestellt haben.

Neue Erinnerungen, Eröffnung: Besucher hören einer Ansprache in einem Raum mit Holztreppe und Regalen zu, Foto Arne Ahlert

Eröffnungsworte der Kuratorinnen JMH Schindele und Eleonora Frolov am 17. August 2024

Die Ausstellung „Neue Erinnerungen (El Arbi Bouqdib Archive)“
August bis Oktober im Pumpwerk Berlin: Identität als kollektive Erzählung

An einem neuen Ort, im ehemaligen Wasserwerk Altglienicke im Süden Berlins, eröffnete im August die Ausstellung „Neue Erinnerungen“. Ein Meilenstein in diesem Jahr, die die Vielschichtigkeit von Erinnerung und Identität anhand des autopoetischen Archivs von El Arbi Bouqdib thematisierte. Die Ausstellung war nicht nur eine Auseinandersetzung mit dem Werk und Leben eines außergewöhnlichen Denkers und Außenseiters, sondern auch ein Raum, in dem Erinnerung als fließendes, dynamisches Konzept multibler Autorinnen dargestellt wurde. Bouqdibs Archiv, das sowohl Wissenschaft, Philosophie als auch mystische Überlegungen vereint, bildete den Ausgangspunkt für die Arbeiten von neun herausragenden Künstlerinnen und Künstlern, die diesen komplexen Kosmos auf ihre eigene Weise interpretierten.

Neue Erinnerungen, Eröffnung: Besucher betrachten Videobildschirme mit Tanzszenen in einer Industriehalle

Die Installation „Die Blume und der Tod“

Die Werke der Künstlerinnen und Künstler

Die in der Ausstellung präsentierten Werke waren nicht nur ästhetische Objekte, sondern spiegelten eine tiefere philosophische Auseinandersetzung mit der Natur der Erinnerung, der Digitalisierung und der Konfrontation zwischen Glauben und Wissenschaft wider. Sergey Bratkovs Installation setzte sich mit dem Koran-Code und der Zahl 19 auseinander, während Elshan Ghasimi mit ihrem Konzeptalbum „Die Blume und der Tod“ und der gleichnamigen Videoinstallation von Stark & Shakupa, verschmelzen klassische persische Musik mit moderner Biographik und konzeptueller Kunst. Ben Greber beleuchtete mit „Mr. & Mrs. Bouqdib“ die Beziehung des ungleichen Paares, während Michal Martychowiec, Patrick Panetta und Max Schaffer mit ihren Arbeiten tief in Fragen von Erinnerung und Materialität eintauchten.

Neue Erinnerungen, Eröffnung: dichtes Publikum um einen Glastisch in der Halle

Veranstaltungen als Orte des intellektuellen Austauschs

Neben der Ausstellung bereicherten zahlreiche Veranstaltungen unser Programm und festigten die Verbindung von unterschiedlichen Künsten, Kulturen und intellektuellem Diskurs. Das Konzert von Elshan Ghasimi und Philipp Püschel, das auf faszinierende Weise die Grenze zwischen klassischer persischer Musik, Jazz und elektronischen Klängen verschob, war ein weiterer Höhepunkt, der Kunst als Brücke zwischen verschiedenen Kulturen und Traditionen erlebbar machte. Ebenso boten die Gespräche und Kuratorinnenführungen mit den beteiligten Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen tiefgehende Einblicke in die Werke und deren philosophische, historische und künstlerische Dimensionen.

Mit einem Klick auf das Foto gelangen Sie zum Trailer des 2024 gegründeten DUOs Ghasimi & Püschel und ihres neuen Programms SHANAMEH (Das Buch der Könige).

Fellowship für Sergey Bratkov

Im Jahr 2024 ehrte der Berliner Senat den renommierten ukrainischen Künstler Sergey Bratkov mit der Fellowship „Weltoffenes Berlin“ sowie einem Stipendium, das ihm ermöglichte, seine künstlerische Position und Stimme in seiner neuen Wahlheimat Berlin weiter zu etablieren. Begleitet wurde Bratkov von der Kuratorin Eleonora Frolov. Bereits zum zweiten Mal fungierte die Plattform Bublitz als Trägerin der Fellowship. In dieser Zeit nahm Bratkov an zahlreichen bedeutenden Ausstellungen und Biennalen teil. Zu den bemerkenswerten Projekten zählen My Brother's Cats im Kunstmuseum Magdeburg, die Ausstellung Ukrainian Dreamers in der Kommunalen Galerie Berlin und Sense of Safety im Yermilov Centre in Charkiw — um nur einige zu nennen. Mit der Class „Bratkov + Frolov“ haben Sergey Bratkov und Eleonora Frolov eine Reihe inspirierender Workshops zur konzeptuellen Fotografie in der Schwartzschen Villa durchgeführt. Interessierte können Einblicke in Bratkovs neues Atelier oder seine aktuellen Werke erhalten; Führungen sind auf Anfrage per E-Mail buchbar.

Neue Erinnerungen: ein umgekippter Tontopf mit Kaktus in einer Glasvitrine

Eine seiner neuen Arbeiten Horoskop für die Europäische Union für die Ausstellung „Neue Erinnerungen“, zeigt einen Kaktus, der sich nicht entscheiden kann, ob er im Topf verbleiben oder diesen verlassen möchte – eine kraftvolle Metapher für die Unentschlossenheit und die Herausforderungen unserer Zeit.

Gruß und Ausblick auf 2025

Wir blicken zuversichtlich auf das neue Jahr und laden Sie ein, sich schon jetzt auf kommende Werke wie Elshan Ghasimis neuen Arbeitszyklus TASNEEF zu freuen, der am 17. März in der Katholischen Akademie Berlin Premiere feiert.

Zum Abschluss möchten wir uns bei allen bedanken, die das Jahr 2024 mit uns gestaltet haben: unseren Künstlerinnen und Künstlern, Förderpartnerinnen, Besucherinnen, Partnerinstitutionen, Philanthropinnen und allen anderen, die mit ihrem Engagement unsere Arbeit erst möglich machen.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen für einen besinnlichen Jahresausklang,

Eleonora Frolov & JMH Schinde

Neue Erinnerungen: rote Glasobjekte und ein roter Rahmen auf einem weißen Regalbrett vor einer Kachelwand

Wer noch ein passendes Geschenk zum Jahresende sucht: Es gibt eine exklusive Edition von Ben Grebers Werk „Mr. & Mrs. Bouqdib“. Die ‚Erinnerungsblumen‘ aus Maggie Bouqdibs Garten sind aus El Arbi Bouqdibs Taschenrechner-Speicherkarten geschnitten. Eine erstaunliche, funkelnde und strahlende Synthese zweier Welten, ja Kosmen.

Edition: 18 Unikate aus der Installation „Mr. and Mrs. Bouqdib“
Bestellung: Hier klicken

Michal Martychowiec, What remains the poets provide, 2018: eine geöffnete Hand aus der Dunkelheit, Handfläche nach oben

Ein weihnachtlicher Gruß aus der Dunkelheit: Michal Martychowiecs „What remains the poets provide“. Was bleibet aber, stiften die Dichter.

© Fotos: Stefan Haehnel, Arne Ahlert, Timo Kahlisch, Michal Martychowiec

Jazz & Klassische Persische Musik + Martychowiec im Polnischen Institut

Liebe Freundinnen und Freunde,

ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu – ein Jahr, das wohl nur von den kommenden an Höhen und Tiefen überboten werden wird. Es bleibt zu hoffen, dass wir Europäerinnen und Europäer erkennen, dass unsere Zeit auf der „Insel der Seligen in einem Meer aus Sturm“ endgültig der Vergangenheit angehört. Jetzt ist der Moment, sich der eigenen Kraft, Macht und Vernunft bewusst zu werden.


Die Synthese der Hochkulturen – Brücken zwischen Differenzen
Dieses Leitbild prägt Bublitz und alle, die daran beteiligt sind. Vor wenigen Wochen konnten wir im Rahmen der Ausstellung Neue Erinnerungen erleben, wie zehn Künstlerinnen einen „poetisierenden Zugriff“ auf das El Arbi Bouqdib Archive wagten. Nun laden wir Sie ein, eine weitere faszinierende Welt zu entdecken: die Verbindung von klassischer persischer Musik mit Jazz.


Das Duo Ghasimi & Wiesemann
Der Theaterkomponist und Jazzpianist Hajo Wiesemann hat zusammen mit der Tar-Virtuosin und Komponistin Elshan Ghasimi eine außergewöhnliche Formation ins Leben gerufen. Ihre Musik verbindet persische Instrumente – Tar, Setar und Dayere – mit dem europäischen Klavier zu einer klangästhetisch neuen, ausdrucksstarken Harmonie.

Dabei gehen sie weit über reine Improvisation hinaus: Unterschiedliche musikalische Systeme, Notationen und Überlieferungen verschmelzen in ihren Neu-Kompositionen, die Jazz, persische Klassik und Neue Musik miteinander vereinen und so Brücken zwischen den Kulturen schlagen.


Berlin-Premiere am 29. November
Das Duo Ghasimi & Wiesemann feiert seine Berlin-Premiere am 29. November 2024 um 20 Uhr im Gärtnerhaus (Richardstr. 34, 12043 Berlin). Tickets sind an der Abendkasse erhältlich (Einlass ab 19:30) oder können vorab unter 0173 84 17 451 reserviert werden. Fühlen Sie sich herzlich eingeladen, diesen besonderen Abend mit uns zu erleben – und bringen Sie gerne Freundinnen und Freunde mit.

Weitere Konzerte von Elshan Ghasimi finden Sie hier.


Ausstellung „Wendepunkte“
Wir möchten außerdem auf die Ausstellung „Wendepunkte“ von Michal Martychowiec und Karin Sander hinweisen, kuratiert von Marta Smolińska. Diese ist noch bis zum 3. Januar 2025 in der Galerie des Polnischen Instituts, direkt an der Museumsinsel Berlin, zu sehen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Mit besten Wünschen für eine ruhige und besinnliche Vorweihnachtszeit,
Julian Malte Hatem Schindele

Hajo Wiesemann am Klavier und Elshan Ghasimi, zwei Schwarz-Weiß-Porträts nebeneinander

Biographie Hajo Wiesemann

Hajo Wiesemann studierte Jazz-Klavier an der Folkwang Universität der Künste in Essen und am Conservatorium Amsterdam. Zusätzlich studierte er sechs Semester Chor– und Orchesterdirigieren. Er arbeitet als Pianist, Komponist, Arrangeur und musikalischer Leiter für Theater und Orchester und komponiert Filmmusik. Er arbeitete u.a. für das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Deutsche Theater Berlin, das Schauspielhaus Bochum, die Essener Philharmoniker, die Duisburger Philharmoniker, das Staatstheater Dresden, das Theater und Orchester Heidelberg, ARTE, WDR und SWR.

Er ist Pianist des „Geysir Quartett“ und des „Essen Jazz Orchestra“, das 2023 für den Deutschen Jazzpreis nominiert wurde. Er komponierte die Filmmusik für den vielfach ausgezeichneten Film „Die Geschichte einer Familie“ von Karsten Dahlem, mit Anna Maria Mühe in der Hauptrolle. Die Produktion „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare, für die er die Musik komponierte, wurde 2017 für den Theaterpreis „Der Faust“ nominiert (Regie: Joanna Praml, Düsseldorfer Schauspielhaus). Der Kurzfilm „Princess“ (R: Karsten Dahlem) war für den Max-Ophüls-Preis nominiert und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht. Mit dem „Essen Jazz Orchestra“ bekam er 2019 den renommierten Jazz Preis „Jazz Pott“ verliehen. Am Staatstheater Nürnberg komponiert er in der Spielzeit 2023/24 die Musik für „Romeo und Julia“ von Joanna Praml und Dorle Trachternach nach William Shakespeare (R: Joanna Praml).

Michal Martychowiec: Sous les pavés, la plage! (1982)
2024, Aluminium-Display, 76 x 92 cm, Fotodruck auf Aluminium, 35.000 Glaskristalle

Weitere Informationen zu der Reihe Sous les pavés, la plage! finden Sie hier.