Black-and-white photo of the performance “MNEMOSYNE Prelude”: visitors and a performer between scaffolding poles in a hall, a painted wave on the wall
Performer in a headscarf and dark robe among cloth sheets hung on an outdoor scaffold
Black-and-white photo: Elshan Ghasimi seated with her tar in a gallery, beside a large winged sculpture and bundles of cloth on the floor
Faint line drawing of a route with stations on a pale wall, like a map of a journey
Pencil drawing of a sailing boat on waves with a sun behind it
Performers carrying large white panels across a lawn in a park, a tent frame behind them
Black-and-white photo: an adult and a child watching a musician seated on a carpet in a bright hall with arched windows
Black-and-white photo of a gathering under park trees with a ladder, a toy car and visitors on blankets
Performer in a headscarf in front of draped cloth on a scaffold, black and white
Blurred figure in a dark robe walking past a building façade, black and white

MNEMOSYNE Prelude - Die Könige - Letter of Politics or Rules for Kings

UTC 7 HOURS PARALLEL PERFORMANCE, 01. Juli 2017, ab 13 Uhr
im Museum europäischer Kulturen Berlin

Ghasimis sieben-stündiges Stück The letter of politics or rules for kings bettet sich in eine größere, mit etwa 30 Performern erarbeitete Veranstaltung: Die Könige. Diese ist wiederum Höhepunkt und Abschluss der von Barbara Caveng und Dachil Sado federführend entwickelten Ausstellung Einsichten in flüchtige Leben die seit Anfang des Jahres im Museum europäischer Kulturen stattfindet.

Ghasimi wählt mit dem Titel The letter of politics or rules for kings den Ruf an ihren persischen Landsmann Nizam al-Mulk (1018 – 1092 n.Chr.), an diesen größten unter den Großwesiren, der das Seldschuken-Imperium über mehrere Generationen leitete. Dieser verfasste auch ein Buch der Staatskunst, das wohl bereits Macciavelli beeinflußte und dessen Titel sich die Künstlerin leiht. Ein Handbuch des Regierens und damit der klugen Strategie.

Im selben Moment ist Ghasimis Auftritt das zweite Präludium für Mnemosyne. Ein Vorspiel für eine Göttin der Zukunft – das Wort 'memory' stammt u.a. von ihr – und eine Erinnerung daran, dass Kultur immer ein Auseinandersetzungsphänomen, synkretistischer Kristall, ein Ergebnis unerzählter Dialoge ist.

Niẓām al-Mulks Werk Siyāsat-nāma gilt als Prototyp der literarischen Gattung des Fürstenspiegels.

Über: daHEIM: Einsichten in flüchtige Leben & die Könige

In einem viermonatigen Prozess des Erprobens und Erforschens wurden Geschichten und Gedanken von Menschen, die Europas Ufer barfuß betreten haben, gemeinsam mit Ansässigen in Bewegung, Klang, Laut und Installationen umgesetzt. Epen, Fragebögen, Gedichte und Wortfetzen bilden das Gerüst der 7-stündigen Performance: Gilgamesch und Enkidu, Afamia und Damaszener Rose, Menschen, Löwen und Mäuse, Rechte und Tatsachen. Metallbetten-Perkussion, bewegte Bilder, wohltemperiert erklingt die Tar. Ein Witz - Eine Stunde Stille....

 

Fotos © Max Schwarzmann